Donnerstag , 24 August 2017

Deutsches Aufgebot Weltmeisterschaft Oslo (NOR) inkl. Statements der Bundestrainer

Sechs Damen und fünf Herren werden die deutschen Farben in Oslo vertreten. Über die genaue Einsatzkonzeption wird erst jeweils kurzfristig vor Ort entschieden.

Damen

  • Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen)
  • Miriam Gössner (SC Garmisch)
  • Maren Hammerschmidt (SK Winterberg)
  • Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld)
  • Vanessa Hinz (SC Schliersee)
  • Franziska Preuß (SC Haag)
Herren

  • Andreas Birnbacher (SC Schleching)
  • Benedikt Doll (SZ Breitnau)
  • Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain)
  • Arnd Peiffer (WSV Clausthal Zellerfeld)
  • Simon Schempp (SZ Uhingen)
DatumStartDistanzDisziplinKategorie
03.03.201615:302 x 6 + 2 x 7.5 kmStaffelMixed
05.03.201611:3010 kmSprintMänner
05.03.201614:307.5 kmSprintFrauen
06.03.201613:3012.5 kmVerfolgungMänner
06.03.201615:4510 kmVerfolgungFrauen
09.03.2016
09.03.2016
15:30
13:00
15 kmEinzelFrauen
10.03.201615:3020 kmEinzelMänner
11.03.201615:304 x 6 kmStaffelFrauen
12.03.201615:304 x 7.5 kmStaffelMänner
13.03.201613:0012.5 kmMassenstartFrauen
13.03.201616:0015 kmMassenstartMänner

Mark Kirchner, Cheftrainer Herren

Gerade nach dem doch reiseintensiven Amerika-Trip, den wir ja mit voller Mannschaft bestritten haben, sind ein paar Tage Regeneration notwendig gewesen. Die Tage der unmittelbaren Vorbereitung auf die WM halten sich also in Grenzen. Die Form für die Weltmeisterschaften trainiert man sich auch nicht mehr in den letzten acht Tagen an. Da gilt es jetzt, hier und da an ein paar kleinen Dingen zu feilen, sich Spritzigkeit und Schnelligkeit zu holen.

Jeder muss sich auf seine Einsätze und die Weltmeisterschaft bestmöglich vorbereiten. Das heißt, dass man auch mit dem Kopf bei der Sache sein muss und ein gutes Gefühl hat. Und ich meine, dieses Fingerspitzengefühl zu haben, so dass die Athleten mit einer guten Stimmung und einer hohen Motivation und Selbstvertrauen nach Oslo fahren. Das ist meines Erachtens wichtiger, als kurz vor dem WM-Start trainingsmethodisch noch große Veränderungen herbeizuführen.

Der Druck ist immer da. Auch aufgrund der Ergebnisse des letzten Jahres, gerade auch zur WM. Aber meiner Meinung nach ist er nur noch mäßig zu spüren. Zum einen weil man weiß, dass man die Ergebnisse bringen kann, und zum anderen weil man auch gelernt hat, mit dem Druck umzugehen. Anhand der erreichten Ergebnisse können die Athleten auch das Selbstvertrauen haben und mit breiter Brust zur Weltmeisterschaft fahren. Wer am normalsten mit der Situation umgehen kann und nicht etwas ganz Besonderes leisten will, nur weil es „Weltmeisterschaft“ heißt, der wird auch derjenige sein, der am Ende die „big points“ macht.

Nach der sicherlich nicht so optimalen Ausgangssituation und dem Abbruch der Amerika-Reise, sind Arnd Peiffer und Simon Schempp jetzt wieder genesen. Man muss auch das Positive sehen: Sie sind genügend regeneriert, um jetzt noch ein paar Trainingstage nutzen zu können. Beide sind voll einsatzfähig und für die WM fest eingeplant. Die paar Tage in Ruhpolding haben sie ganz normal trainiert. Sie sind 100 Prozent gesund. Dem weiteren positiven Verlauf steht im Moment nichts im Wege.

Die Höchstleistung haben in dieser Saison fast alle schon mehrfach abgerufen und sind schon mal auf dem Podium gestanden. Das muss man sich wieder vor Augen führen, wenn es auf die WM zugeht. Keine Wunderdinge mehr trainieren, nichts ganz Besonders machen wollen. Sondern möglichst ruhig bleiben und den Fokus finden. Ich glaube, das ist ein ganz gutes Rezept, um seine Höchstleistungen auch zur WM bringen zu können.

Wenn es wie in Kontiolahti wieder Goldmedaillen werden sollten, würden wir die gerne nehmen. In den Teamwettbewerben eine Medaille zu gewinnen, muss das Ziel sein. Und mindestens eine in den Einzelbewerben – sprich: mit drei Medaillen wieder nach Hause zu kommen, das würden wir gerne unterschreiben.

Die bisherigen sehr guten Leistungen der Athleten machen uns Trainern die Entscheidung über die Einsatzkonzeption nicht einfach. Grundsätzlich ist es natürlich sehr positiv, wenn man so leistungsfähige Athleten hat, die ihre gute Form auch schon mehrfach bewiesen haben.

Gerald Hönig, Cheftrainer Damen

Mit der bisherigen Saison können wir sehr zufrieden sein. Wir hatten im Dezember einen unerwartet furiosen Einstieg, mit Spitzenleistungen im Laufen und mannschaftlich geschlossen guten Schießergebnissen. Damit kamen dann auch die Podiumsplatzierungen und guten Platzierungen zustande, die natürlich die Erwartungshaltung für den weiteren Saisonverlauf weiter nach oben geschraubt haben.

Wir haben um uns herum starke Einzelkönner, zum Teil starke Nationen, die sich auf Augenhöhe mit uns bewegen. Wir fahren nicht allein als große Favoriten zur WM. Wir wissen schon, dass die Aufgabe sehr schwer wird, an die Ergebnisse der Saison oder des Vorjahrs anzuknüpfen.

Die optimale Saisonplanung ist enorm wichtig. Deshalb kommt es eben auch mal zu Umbesetzungen der Weltcupmannschaft oder zu geplanten Auszeiten bei einzelnen Athletinnen, bei denen dann mit der Ausrichtung auf den späten Saisonhöhepunkt Training und Regeneration im Vordergrund stehen.

Mit Vanessa Hinz und Maren Hammerschmidt sind zwei Athletinnen, die sich im Vorfeld für die WM qualifiziert haben, gar nicht mit nach Übersee gefahren. Sie haben stattdessen eine klassische Vorbereitung auf die WM absolviert. Unsere zwei Leistungsträger der Saison, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier, waren nur beim ersten Block mit dabei. Sie sind anschließend ins Heimtraining gegangen, um sich frühzeitiger wieder an die Zeitumstellung anzupassen, früher in die Regeneration zu gehen und eine annähernd klassische Vorbereitung auf die WM zu machen. Franziska Preuß wäre sicherlich eine Athletin gewesen, die als Jüngste des Teams zuhause geblieben wäre. Sie hatte im Januar aber keine Rennen und musste wieder an die Wettkampfpraxis herangeführt werden. Da blieben nur die Übersee-Rennen. Miriam Gössner ist eine belastungsverträgliche Athleten, die sich auf einem sehr hohen physischen Niveau bewegt. Wir haben gehofft, dass sie sich in Kanada und Amerika über Top-Platzierungen für den Massenstart bei der WM qualifizieren kann. Sie hat ihre Laufleistung bestätigt, aber im Schießen ist es ihr leider nicht gelungen, die entsprechenden Ergebnisse zu bringen.

Mit Laura Dahlmeier und Franziska Preuß haben zwei Leistungsträgerinnen in dieser Saison längere verletzungsbedingte Pausen einlegen müssen. Laura Dahlmeier hat ein unheimlich gutes Gefühl für ihre Form. Sie spürt sehr schnell, wenn sie am Limit ist oder ein Infekt oder gesundheitliche Probleme entstehen. So, dass sie uns immer sehr frühzeitig informiert und sehr konsequent auf solche Situationen reagiert. Genauso ist es auch, wenn sie wieder fit ist und sie sich zurückmeldet. Wenn sie sagt, sie sei wieder in der Lage mitzulaufen, dann meint sie auch, in der Spitze mitzulaufen, und nicht nur im Feld dabei zu sein. Da ist Laura für ihr Alter schon sehr weit. Laura präsentiert sich hier im täglichen Training auf einem richtig guten Niveau. Darauf kann man sicherlich setzen. Bei Franziska Preuß merkt man schon noch, dass sie fünf, sechs Wochen raus war vom reinen Biathlontraining, vor allem vom Training unter hoher Belastung. Die Wettkampfkilometer hat sie sich geholt. Wenn die Regeneration und die Rückanpassung passen, wird sich das positiv auswirken. Sie ist momentan nicht bei 100 Prozent, aber sie nähert sich ihrer optimalen Leistungsfähigkeit in jedem Trainingstag.

Wir haben den Saisonverlauf von Maren Hammerschmidt sehr aufmerksam verfolgt. Tobias Reiter hat mir schon sehr früh im Jahr signalisiert, dass er im Training große Fortschritte beobachtet. Maren hat den Vorteil, dass sie im täglichen Training mit Franziska Preuß und Vanessa Hinz zwei Topathletinnen in der Mannschaft hat. Sie hat mit einem furiosen Ergebnis in Hochfilzen einen Weltcup-Einstand gefeiert, der schöner für sie nicht sein konnte. Das hat ihre persönliche Situation ein Stück weit geändert. Sie misst sich selbst an diesen Ergebnissen und möchte auch daran gemessen werden. Sie ist in der Mannschaft angekommen und sicherlich eine Verstärkung für das Team.

Die grundsätzliche Voraussetzung ist, dass die Mädels gesund sind und fit nach Oslo anreisen. Dann können wir optimistisch sein. Wir stellen uns anspruchsvolle Ziele, die im Bereich unserer Saisonplatzierungen liegen. Wir lassen uns auch an den Ergebnissen von letztem Jahr messen. Wenn wir an die Ergebnisse anknüpfen können, würde ich zufrieden von Oslo nach Hause fahren. Biathlon hat sicher nicht den Stellenwert in Norwegen wie der Skilanglauf. Aber Norwegen ist eine starke Nation im Biathlon und die Erwartungshaltung wird recht groß sein. Ich glaube, es wird für die anderen Nationen schwer, gegen die Norweger zu bestehen. Aber ich weiß auch, dass der Heimvorteil im Biathlon nicht wirklich existiert. Vielleicht können die anderen davon profitieren, dass die Norweger daheim besonders unter Druck stehen.

Wir haben in Ruhpolding sehr individuell mit den Athletinnen gearbeitet, weil wir ja auch mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in die unmittelbare Wettkampfvorbereitung gegangen sind. Wir versuchen, Selbstvertrauen sowie Freude und Optimismus auf die kommenden Aufgaben aufzubauen.

Man spürt den gewachsenen Druck definitiv. Im vergangenen Jahr sind wir mit einer deutlich geringeren Erwartungshaltung nach Kontiolahti gefahren. Wir waren im Aufbau einer neuen Mannschaft begriffen, die dann überraschend erfolgreich war. Wir haben das natürlich genossen, haben uns aber auch für die Folgezeit einen Rucksack erarbeitet, den wir jetzt tragen müssen. Wir tragen ihn aber gerne. Wir messen uns ja auch an den Ergebnissen vom letzten Jahr und versuchen, das annähernd zu wiederholen. Eine Staffel- und eine Einzelmedaille sollten unser Ziel sein.

Die Mädels sind insgesamt gereift seit dem letzten Jahr. Wir haben nach wie vor eine unheimliche gute Stimmung in der Mannschaft. Eine steht für die andere ein, auch wenn sie sich selbst in den Rennen als Konkurrentinnen gegenüber stehen. Man spürt den Teamspirit, dieses Füreinander-da-sein nach und vor den Rennen. Es macht Spaß, mit der Truppe zu arbeiten. Die Ergebnisse im Saisonverlauf lassen auch die eigene Erwartungshaltung steigen. Wir müssen konzentriert an die Erfüllung der Aufgaben gehen. Aber uns auch den entsprechenden Schuss Lockerheit und Frechheit bewahren, um die Ergebnisse zu erreichen.

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