Montag , 29 Mai 2017

Positiver Dopingtest von Evi Sachenbacher-Stehle selbst bestätigt!

Evi_Sachenbacher_Stehle_DSV
Evi Sachenbacher Stehle – Foto:DSV

Evi Sachenbacher-Stehle ist bei einer Dopingkontrolle am Montag nach dem Massenstart-Rennen sowohl in der A- als auch in der B-Probe positiv auf das Stimulans Methylhexanamin getestet worden.

Dies bestätigte die 33-jährige jetzt auch selbst über eine Pressemitteilung sowie einem Beitrag bei Facebook:

Es ist der schlimmste Albtraum, den man sich nur vorstellen kann. Ich kann mir überhaupt nicht erklären, wie es zu dieser positiven Dopingprobe kommen konnte. Ich hab alle Nahrungsergänzungsmittel vorher von einem Labor prüfen lassen und mir sogar vom Hersteller eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen lassen. Ich dachte, ich bin so auf der sicheren Seite, was anscheinend ein Trugschluss war. Ich werde alles daran setzen, dass diese Sache lückenlos aufgeklärt wird und ich kann ausdrücklich versichern, nie bewußt verbotene Substanzen zu mir genommen zu haben.

Nach Öffnung der B-Probe und Anhörung der Athletin durch das IOC gab auch der Deutsche Olympische Sportbund eine Statement dazu ab, der originale Wortlaut:

Die IOC-Disziplinarkommission hat die Athletin am Freitagnachmittag angehört.

Der DOSB hat Evi Sachenbacher-Stehle daraufhin entsprechend der mit ihr getroffenen Athletenvereinbarung aus der Deutschen Olympiamannschaft ausgeschlossen und ihre sofortige Rückreise veranlasst und umgesetzt. Über weitere Konsequenzen wird im Zusammenhang des Verfahrens entschieden, das federführend vom Biathlon-Weltverband IBU noch einzuleiten sein wird.

Chef de Mission Michael Vesper erklärte: „Der DOSB steht für einen dopingfreien Sport und eine Null-Toleranz-Politik. Wir streben nur sauber erzielte Leistungen an. Jeder Dopingfall ist zuerst einmal eine große Enttäuschung. Er ist aber auch ein Beleg dafür, dass das Kontrollsystem funktioniert. Wir haben wie in unserem Anti-Doping-Management beschrieben unverzüglich und konsequent gehandelt und im Vorfeld und während der Spiele alles in unserer Macht stehende getan, um sauberen Sport zu ermöglichen.“

Die NADA hatte mehrfach alle Athletinnen und Athleten vor Nahrungsergänzungsmitteln gewarnt, die Methylhexanamin enthalten. Vesper nahm den aktuellen Fall erneut zum Anlass, auf die erheblichen Gefahren hinzuweisen, die durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln entstehen können. Deshalb appellierte er erneut an alle Spitzensportlerinnen und -sportler auf solche Nahrungsergänzungsmittel konsequent zu verzichten.

Uwe Müssiggang: „Was mich ärgert ist die Dummheit“

Biathlon-Cheftrainer Uwe Müßiggang äußerte sich vor dem Start der Staffel wie folgt: „Es soll sich um ein Nahrungsergänzungsmittel handeln, das keinerlei leistungsfördernde Wirkung hat. Wir weisen die Mädels immer wieder darauf hin, dass sie so etwas nicht nehmen sollen. Was mich so ärgert, ist die Dummheit.“

Biathlon Kollegen ebenfalls geschockt

Auch die weiteren Mitglieder des Biathlon-Team zeigten sich entsetzt: „Ich habe es gerade auf dem Handy gelesen und ich kann es gar nicht glauben“, sagte Arnd Peiffer. Auch Simon Schempp war entsetzt: „Ich habe es gerade mitgekriegt. Das ist ein extremer Schock. Mehr kann ich dazu nicht sagen.” Andreas Birnbacher äußerte sich über Facebook: „Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich hoffe immer noch, dass das ein schlechter Witz ist.“

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