Donnerstag , 21 September 2017

Statements der Deutschen zum Weltcup in Östersund (SWE)

Bundestrainer Uwe Müssiggang

Nach vielen Jahren, in denen wir unseren Abschlusslehrgang fast immer in Muonio hatten, sind wir in diesem Herbst erstmals nach Sjusjoen in Norwegen gefahren. Das war eine gute Entscheidung. Wir konnten hervorragend trainieren und hatten zudem etwas mehr Tageslicht als am finnischen Polarkreis.

Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren sind wir allem Anschein nach im grünen Bereich. Das haben nicht zuletzt die Testwettkämpfe am vergangenen Wochenende gezeigt. Auch wenn insbesondere bei den Herren vielleicht noch der eine oder andere Schießfehler zu viel dabei war. Zu diesem Zeitpunkt sollte man das aber auch nicht überbewerten. Genauso wenig wie die teilweise sehr guten Platzierungen. Aber aufgrund des hochkarätig besetzten Teilnehmerfeldes – sowohl bei den Damen als auch bei den Herren – haben die Siege von Andrea Henkel und die weiteren guten Ergebnisse sicherlich eine gewisse Aussagekraft. Nun gilt es, diesen Schwung in die ersten Weltcuprennen mitzunehmen!

Besonders erleichtert sind wir natürlich, wenn wir uns die Entwicklung von Miriam anschauen. Es ist fast schon unglaublich, wie sie sich nach ihrer sehr schweren Verletzung zurückkämpft. Man spürt, dass sie unbedingt wieder ganz an die Spitze will. Die Schmerzen sind zwar noch immer da, aber nach dem ersten Rennen fühlte sie sich sogar besser als zuvor. Wir gehen deshalb davon aus, dass Miriam tatsächlich schon beim Weltcup in Östersund dabei sein kann. Wir werden aber bestimmt nicht übertreiben und deshalb erst kurzfristig entscheiden, welche Rennen sie bestreiten kann.

Bei der Mixedstaffel zum Auftakt wird sie aber sicher nicht mit dabei sein. Hier planen wir nach guten Trainingseindrücken mit Andrea Henkel, Franziska Hildebrand, Arnd Peiffer und Florian Graf. Diese vier werden am Freitag nach Östersund fahren. Der Rest der Mannschaft bleibt noch ein paar Tage in Norwegen und wird dann am Montag nach Schweden kommen. Die endgültige Entscheidung, wer in Östersund in den Einzelrennen an den Start geht, werden wir dann Anfang der kommenden Woche treffen.

Auf das Auftaktrennen bereitet sich unser Quartett nicht unbedingt in spezieller Weise vor. Der Stellenwert dieses ersten Rennens ist allerdings schon so hoch, dass wir das entsprechend ernst angehen wollen.

Das große Ziel ist in diesem Jahr natürlich Olympia. Aber bis dahin gilt es, die Form kontinuierlich zu steigern und auch im Weltcup mit möglichst guten Leistungen das nötige Selbstvertrauen zu gewinnen. Dies gilt nicht nur für unsere erfahrenen Athletinnen und Athleten, sondern vor allem auch für unsere jungen Sportler. Natürlich hoffen wir, dass sie die guten Leistungen aus dem Sommer und Herbst nun auch im Weltcup bestätigen können. Wir erwarten aber ganz sicher keine Wunderdinge, sondern versuchen, Talente wie Dahlmeier, Preuß und Doll weiterhin behutsam und ohne zusätzlichen Druck an die Weltspitze heranzuführen.

Arnd Peiffer

Meine Vorbereitung hat alles in allem gut funktioniert. Wir haben in diesem Jahr versucht, uns wieder auf unsere alten Tugenden zu besinnen und ein paar Dinge zu optimieren. Sprich: Insgesamt haben wir etwas ruhiger, langsamer und damit nicht mehr ganz so intensiv trainiert wie im vergangenen Jahr.

Mit meinem aktuellen Leistungsstand bin ich ganz zufrieden. Bei den Testwettkämpfen in Norwegen habe ich eine solide Leistung gezeigt, auch wenn ich im Schießen noch ein paar Fehler zu viel gemacht habe.

Den Auftakt mit der Mixedstaffel nehme ich natürlich ernst! Ich bin gerne dabei und hoffe, dass ich mit einer guten Leistung meinen Teil dazu beitragen kann, dass wir als deutsches Team gleich einen ordentlichen Start in die neue Saison haben.

Nach dem Lehrgang in Sjusjoen habe ich diesmal bewusst darauf verzichtet, nochmal für ein paar Tage nach Hause zu fliegen. Am Freitag geht es mit dem Auto direkt von Norwegen nach Östersund. Damit erspare ich mir zusätzlichen Reisestress.

Florian Graf

Der Sommer und Herbst lief für mich eigentlich ganz gut. Ich habe in diesem Jahr etwas mehr auf die Grundlagenausdauer gesetzt und hoffe, dass sich das dann zum Ende der Saison und zum Saisonhöhepunkt positiv auszahlt.

Die ersten Testwettkämpfe in Norwegen waren aber auch schon ganz ordentlich. Mit den Plätzen 23 und elf war ich in dem hochklassigen Feld ganz zufrieden. Vor allem läuferisch war ich schon gut dabei. Das stimmt mich auf alle Fälle positiv für die ersten Weltcup-Einsätze.

Die Mixedstaffel kommt mir da ganz gelegen. Das ist ein guter Wettbewerb, um zum ersten Mal wieder Weltcup-Luft zu schnuppern. Natürlich will ich dort schon eine gute Leistung bringen – eigentlich wie immer, wenn ich eine Startnummer um den Hals habe. Andererseits ist der Druck aber auch noch nicht ganz so groß. Jedenfalls habe ich mich sehr gefreut, als die Trainer mich gefragt haben, ob ich am Sonntag laufen möchte. Es wird Zeit, dass es losgeht!

Franziska Hildebrand

Wir haben zwei sehr gute Trainingswochen in Sjusjoen gehabt und ich freue mich jetzt richtig auf den Weltcup-Start. Die Bedingungen in Norwegen waren sehr gut. Wir konnten hart trainieren und weiter an unseren Schwerpunkten arbeiten. Jede einzelne von uns konnte sich weiterentwickeln, es hat richtig Spaß gemacht im Team. Ich persönlich habe intensiv an meiner Lauftechnik gefeilt, um in der Loipe noch schneller zu werden.

Der erste Test-Wettkampf am vergangenen Wochenende lief dann gleich sehr gut für mich. Vor allem mit dem fehlerfreien Schießen war ich sehr zufrieden, aber auch der Lauf hat gepasst. Ich hoffe, dass ich diese Leistung auch im Mixedbewerb abrufen kann. Wäre schön, wenn ich meinen Staffelkameraden eine gute Position mit auf den Weg geben könnte.

Andrea Henkel

Die ersten zwei Test-Wettkämpfe liefen sehr gut, das hatte ich so gar nicht erwartet. Da war ich schon ein wenig überrascht. Die beiden Siege haben mir gezeigt, dass ich vorne mitlaufen kann und gut drauf bin. Das hat so kurz vor dem Saisonstart natürlich sehr gut getan. Auch die Vorbereitung lief bei mir schon ziemlich optimal. Ich bin gesund durch den Sommer und Herbst gekommen, war eigentlich immer motiviert und konnte weiter an meiner Schieß- und Lauftechnik arbeiten. Gleichzeitig habe ich versucht, noch einmal an meiner Schnelligkeit zu arbeiten, um auf die Tempowechsel im Rennen noch etwas besser reagieren zu können.

Dass dies meine letzte Saison ist – daran denke ich ehrlich gesagt nur ganz selten. Momentan bin ich jedenfalls überhaut nicht wehmütig. Mal schauen, wie das dann bei den verschiedenen Weltcups sein wird. Immerhin ist das meine insgesamt 16. komplette Weltcup-Saison. Eine lockere Abschiedsrunde wird das aber ganz sicher nicht. Ich habe noch genügend Ziele und in diesem Winter einiges vor. Allerdings merke ich auch, dass ich nun wirklich bereit bin, etwas Neues anzufangen.

Jetzt freue ich mich aber erst einmal, dass der Olympiawinter losgeht! Ich werde schon am Donnerstag mit unseren Technikern die knapp sechs bis sieben Stunden nach Östersund fahren, während die anderen Staffelstarter dann am Freitag nachreisen. Für den Auftakt am Sonntag hoffe ich, dass ich wieder die Leistung bringen kann, wie ich sie schon bei den Test-Wettkämpfen in Sjusjoen zeigen konnte.

Sotschi ist natürlich das große Ziel. Aber ich möchte insgesamt noch einmal eine gute Saison machen. Olympia und Weltcup lassen sich ja auch nicht einfach so trennen. Mit guten Weltcup-Ergebnissen baust du dir das Selbstbewusstsein für die Spiele auf. Bis Mitte Januar wird sich vermutlich schon abzeichnen, wer dann letztendlich in Russland um die Medaillen mitlaufen kann. Wäre schön, wenn ich zum Abschluss meiner Laufbahn noch einmal dabei wäre.

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